Jan Müntinga
Aug. 07, 2020

Auswahl der Betreuungskraft

Die Auswahl Ihrer Betreuungskraft ist eine sensible Angelegenheit denn zwei einander unbekannte Personen müssen ein vertrauliches Auskommen finden. Daher überlassen wir die Auswahl der passenden Pflegekraft nicht dem Zufall.

Gemeinsam mit der Universität Heidelberg haben wir einen Auswahlverfahren entwickelt, dass alle Persönlichkeitsmerkmale und Bedürfnisse auf Vereinbarkeit überprüft – und das optimal passende „Match“ findet. So legen wir die Grundlage für eine harmonische Beziehung.

Vorteile der individualisierten Auswahl für den Senior und seine Familie:

  • Reibungsarme Verständigung zwischen Pflegebedürftigem, Familie und Betreuungskraft.
  • Missverständnisse in der Kommunikation werden reduziert. Es gibt weniger Abbrüche und Wechsel in der Betreuung.
  • Die Beziehung zwischen Senior, seinen Angehörigen und der Betreuungskraft entwickelt sich stabil.
  • Die Qualität der Pflege steigt und wirkt sich positiv auf die Gesundheit des Pflegebedürftigen aus.
  • Die gute Beziehung zu einer Betreuungskraft schenkt den Senioren Lebensglück!

Feststellung des Pflegebedarfs

Im Fragebogen zur Feststellung des Betreuungsbedarfs macht die Familie Angaben zum Pflegebedarf von Herrn Steeg. Dabei werden körperliche und mentale Zustände sowie Erkrankungen abgefragt. Wichtig ist: Liegt eine Demenz vor? Kann die Pflegekraft den Pflegebedürftigen zu Hause alleine lassen? Verhält er sich regelmäßig aggressiv?

Auch die Betreuungskraft füllt einen Fragebogen aus und gibt an, welche Pflegekompetenzen sie mitbringt. Im Anschluss werden die Daten mit Hilfe eines mathematischen Modells abgeglichen.

Für Otto Steeg war die Vorstellung einer fremden Frau in der eigenen Wohnung zuerst befremdend. Mittlerweile sind Danuta und der Senior ziemlich beste Freunde. Woran das liegt? Seine Familie nutzte unser Matching-Verfahren und fand mit Danuta die optimal passende Betreuungskraft.

Feststellung der Persönlichkeitsmerkmale

Die Familie beantwortet Fragen zur charakterlichen und emotionalen Verfassung von Otto Steeg: Ist er ein ängstlicher Mensch oder reagiert er rasch gereizt? Zieht er sich regelmäßig zurück? Oder ist er aufgeschlossen und offen?

Auch die Pflegekraft macht Angaben zu ihrer Persönlichkeit. Danach wird ermittelt, wer charakterlich zueinander passt. Ein eher depressiv veranlagter Senior gewinnt durch eine offene und aktive Pflegekraft. Wer dominante Charakterzüge hat, braucht oftmals ein ausgleichendes Gegenüber.

Otto Steeg ist ein stets neugieriger Mensch der nie um einen lustigen Spruch verlegen ist. Wenn Danuta mit ihm spazieren geht hört man sie oft über seine Witze lachen.

Feststellung von Hobbies und Interessen

Welche Hobbies hat Herr Steeg? Geht er gerne spazieren oder interessiert sich für Politik und Geschichte? Ist er gesellig und gerne mit anderen Menschen zusammen?

Auch die Betreuungskraft kreuzt an, was sie in ihrer Freizeit gerne macht. Denn in der 24h-Pflege gilt wie immer im Leben: Gleich und gleich gesellt sich gern. Herr Steeg und Danuta genießen jetzt jeden Sonntagabend gemeinsam den Tatort – und regelmäßig den leckeren Käsekuchen im Café um die Ecke.

Sobald die Sonne raus kommt gehen Otto Steeg und Danuta in den Park. In seinem Rolli nimmt Herr Steeg immer ein paar Fußball-Zeitschriften mit, die er lesen möchte.

Bevorzugte Sprachkompetenz

Im Rahmen der Bedarfsanalyse äußert sich die Familie zu den gewünschten Deutschkenntnissen der Betreuungskraft. Die Einteilung der Sprachkenntnisse erfolgt standardisiert und hat Auswirkungen auf die monatlichen Preise für die 24h-Pflege.

Die Verständigung zwischen Danuta und Otto Steeg klappt super. Dass Herr Steeg ursprünglich aus Siebenbürgen stammt und auf der Flucht einige Brocken Polnisch gelernt hat, schadet auch nicht.

Bevorzugte non-verbale Kommunikationsweise

Berührungen sind die elementarste Form der nonverbalen Kommunikation. Kann Herr Steeg sich gut beim Anziehen helfen lassen? Mag er es, wenn ihm jemand beim Treppensteigen unter die Arme greift? Wird er gerne am Rücken massiert?

Auch die Pflegekraft gibt an, welche Formen der nonverbalen Kommunikation sie bevorzugt. Die individuelle Passung ist in diesem heiklen Bereich besonders wichtig.

Beim Anziehen etwa brauche er schon Hilfe, gibt Otto Steeg zu. Auch aus dem Sessel aufstehen falle ihm oft schwer. „Morgens braucht Otto Hilfe, aber manchmal ist er einfach nur bequem“ kommentiert Danuta. Sie achte darauf ihm nicht alles abzunehmen, die Mobilität im Alter zu erhalten sei auch wichtig.

Bevorzugte Persönlichkeitsmerkmale der Betreuungskraft

Wie stellt sich Herr Steeg seine Betreuungskraft vor? Soll sie gerne aus ihrem eigenen Leben erzählen oder ihr Privatleben eher außen vor lassen? Bevorzugt der Senior einen gesprächigen oder einen introvertierten Menschen? Und wünscht er sich eine aktive oder gemütliche Person in seiner Wohnung?

Die Betreuungskraft beantwortet in ihrem Teil Bogens ebenfalls Fragen zu ihren Charaktereigenschaften. Die Angaben beider Seiten fließen in die Auswertung ein.

„Was hast du dir damals für eine Betreuungskraft gewünscht?“ fragt Danuta. „Jemanden mit dem ich über Fußball reden kann“ antwortet Herr Steeg und lacht.

Der neue Job – ein Volltreffer

Für Betreuungskräfte aus osteuropäischen Ländern ist der Umzug in ein fremdes Land nicht einfach. Eine andere Sprache und die ungewohnte Umgebung sind herausfordernd und aufregend.

Um den Pflegekräften den Einstieg zu erleichtern, nutzen wir das Verfahren der individualisierten Auswahl („Matching“) und präsentieren ihnen eine kleine Zahl exakt passender Jobangebote. Dabei berücksichtigen wir die Persönlichkeitsprofile von Senior und Betreuungskraft.

Vorteile unseres Matchings für Betreuungskräfte

  • Detaillierte Abfrage der Wünsche an das Betreuungsverhältnis (pflegerische Aufgaben, Tätigkeiten im Haushalt, persönliche Grenzen in der Zumutbarkeit).

  • Präsentation von Jobangeboten, die zu den Wünschen der Pflegekräfte passen und die Persönlichkeitsprofile von Betreuungskraft und Pflegebedürftigem berücksichtigen.

  • Weniger Konflikte und Auseinandersetzungen in der Betreuung.

  • Gute Zusammenarbeit mit der Familie des Seniors.

Durch die individualisierte Auswahl steigt die Arbeitszufriedenheit der Betreuungskräfte: Nur wer seine Arbeit mag, macht sie auch gut.

Danuta war sich zunächst unsicher, ob die Arbeit als Betreuungskraft in der häuslichen Pflege das Richtige für sie ist. Was wenn die Chemie zwischen ihr und dem Senior nicht stimmt? Oder die Familie Erwartungen an sie hat, die sie nicht erfüllt? Mittlerweile ist sie glücklich: Otto Steeg und sie verstehen sich super. Der Grund: Ihre Kompetenzen, die gemeinsamen Interessen und Charaktereigenschaften ergänzen sich sinnvoll. Und wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt, raufen sich die beiden schnell zusammen. Auch mit der Familie kommt sie bestens klar: Gegenseitige Erwartungen wurden im Vorfeld ausführlich geklärt.