DIN SPEC 334542021-03-01T18:21:00+01:00

Wir setzen Standards!

DIN SPEC 33454: der DIN-Standard für die sogenannte „24 Stunden Pflege“ durch polnische Pflegekräfte

Initiiert und entwickelt unter der Leitung von Mecasa

  • Faire Arbeitsbedingungen

  • Kundenberatung durch Pflegefachkräfte
  • Kundenfreundliche Verträge

  • Eignungsprüfung von Betreuungskräften

Oliver Weiss, Initiator und Gremiumleiter der DIN SPEC 33454

Interview lesen

DIN Standard für die sog. „24 Stunden Pflege“
Verbraucherfreundliche und faire Richtlinien für die dritte Versorgungssäule

Osteurop. Betreuungs­kräfte ermöglichen Pflege zu Hause

In Deutschland leben rund 4,1 Millionen pflegebedürftige Menschen. Die meisten der Betroffenen wünschen sich ein selbst­bestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden. Neben pflegenden Angehörigen und ambulanten Pflegediensten ermöglichen rund 600.000 Betreuungskräfte aus dem Ausland die Versorgung und den Verbleib im eigenen Zuhause.

Unregulierte dritte Versorgungssäule

Diese Versorgungsform (auch als sog. „24h-Pflege“ bezeichnet) hat sich zur unverzichtbaren „dritten Säule“ des deutschen Pflegesystems entwickelt. Allerdings ist diese Dienstleistung oftmals durch eine mangelnde Versorgungsqualität, unfaire Arbeitsverhältnisse und Intransparenz für Verbraucher gekennzeichnet.

Qualitätsstandard für die häusliche Betreuung

Der von der Mecasa GmbH angestoßene DIN-Standard DIN SPEC 33454 legt erstmals Anforderungen an Vermittlungsunternehmen und Betreuungsdienstleister fest. Verbrauchern und Betreuungskräften bietet diese DIN SPEC Orientierung und sichert hohe Versorgungsqualität, faire Arbeitsbedingungen und Transparenz.

Das Gremium der DIN SPEC 33454
Verbraucherschützer, Wissenschaftler, Angehörige und qualitätsorientierte Anbieter

Damit Senioren gut gepflegt und Betreuungskräfte fair behandelt werden, hat ein Expertengremium aus Verbraucherschützern, Pflegewissenschaftlern, qualitätsorientierten Vermittlern und Juristen über anderthalb Jahre hinweg strenge Vorgaben entwickelt.

Mecasa GmbH
Initiator und Gremiumsleitung der DIN SPEC 33454

Stiftung Warentest

Prof. Dr. Sven Mertens

Pflege zu Hause Küffel GmbH

DIN Verbraucherrat

Andrea von der Malsburg

WIR! Stiftung pflegender Angehöriger

BIVA Pflegeschutzbund

FELS Rechtanwälte

Kuratorium Deutsche Altershilfe

Prof. Dr. Tanja Segmüller

Hausengel Holding AG

Das Gremium der DIN SPEC 33454

  • Mecasa GmbH
    Initiator und Gremiumsleitung
  • Stiftung Warentest
  • DIN-Verbraucherrat
  • BIVA Pflegeschutzbund
  • Prof. Dr. Tanja Segmüller
  • Prof. Dr. Sven Mertens
  • Andrea von der Malsburg
  • Kuratorium Deutsche Altershilfe
  • WIR! Stiftung pflegender Angehöriger
  • Pflege zu Hause Küffel GmbH
  • Hausengel Holding AG
  • FELS Rechtsanwälte

Vorteile der zertifizierten häuslichen Betreuung

DIN-Standard 33454: Die wichtigsten Besserungen für die 24 Stunden Pflege
Stefan Maier schildert seine Erfahrung mit der Pflege zu Hause nach DIN Standard. Die Versorgung seiner Eltern, faire Arbeitsbedingungen und die Vorteile fachlicher Beratung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die DIN SPEC 33454?2021-02-16T17:57:15+01:00

Die DIN SPEC 33454 ist ein von der Mecasa GmbH initiierter DIN-Standard für die häusliche Betreuung pflegebedürftiger Menschen. Ziele des Standard sind hohe Versorgungsqualität, fairer Arbeitsbedingungen und Orientierung für Verbraucher. Der Standard definiert Kriterien für verbraucherfreundliche Verträge, Auditierung der Dienstleister, Prüfung der Betreuungskräfte sowie Kundenberatung durch Pflegefachkräfte.

Wer hat die DIN SPEC 33454 entwickelt?2021-02-17T17:49:38+01:00

Die DIN SPEC 33454 wurde von der Mecasa GmbH initiiert. An der Erarbeitung und Verabschiedung waren folgende Verfasser beteiligt: 

  • Mecasa GmbH – Initiator und Gremiumsleitung
  • Stiftung Warentest
  • DIN Verbraucherrat
  • BIVA Pflegeschutzbund
  • Prof. Dr. Sven Mertens
  • Pflege zu Hause Küffel GmbH
  • Andrea von der Malsburg
  • WIR! Stiftung pflegender Angehöriger
  • FELS Rechtanwälte
  • Hausengel Holding AG
  • Kuratorium Deutsche Altershilfe
  • Prof. Dr. Tanja Segmüller
Wie wurde die DIN SPEC 33454 entwickelt?2021-02-17T17:52:22+01:00

Diese DIN SPEC wurde im Rahmen eine PAS-Verfahrens durch ein DIN SPEC (PAS)-Konsortium (temporäres Gremium) unter der Leitung der Mecasa GmbH erarbeitet. DIN sorgt dafür, dass eine DIN SPEC (PAS) nicht bestehenden Normen und Standards widerspricht. Dieser Standards kann die Basis für eine DIN-Norm sein.

Wann wurde die DIN SPEC 33454 entwickelt?2021-02-17T17:53:00+01:00

Die DIN SPEC 33454 wurde zwischen April 2019 und Februar 2021 in 15 Monaten entwickelt. 

Warum wurde die DIN SPEC 33454 entwickelt?2021-02-17T17:53:38+01:00

Die DIN SPEC 33454 wurde von der Mecasa GmbH initiiert, um folgende Ziele zu erreichen:

  • Hochqualitative Versorgung pflegebedürftiger Menschen
  • Transparenz und Vergleichbarkeit für Verbraucher
  • Faire Arbeitsverhältnisse für Betreuungskräfte

Warum wurde die DIN SPEC 33454 entwickelt?

Laut dem Statistischem Bundesamt leben In Deutschland 4,1 Millionen pflegebedürftige Menschen. Rund 73% der Betroffenen wünschen sich ein selbst­bestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden. Neben pflegenden Angehörigen und ambulanten Pflegediensten ermöglichen rund 300.000 Betreuungskräfte aus Osteuropa die Versorgung und den Verbleib im eigenen Zuhause. Nur jede vierte Betreuungskraft wird durch eine der rund 400 in Deutschland existierenden Agenturen vermittelt. Die Kosten für eine osteuropäische Betreuungskraft liegen laut der Verbraucherzentrale NRW je nach Bedarf zwischen 2.000 bis 3.000 Euro. Wer eine deutsche Fachkraft beauftragen möchte muss mit Kosten von mindestens 4.000 bis 6.000 Euro rechnen.

Fehlende Regulierung führt zu mangelhafter Versorgung und unfairen Arbeitsverhältnissen

Eine Untersuchung der Stiftung Warentest im Mai 2017 offenbarte klare Mängel aller Anbieter. Für die Vermittlung einer Betreuungskraft werden typischerweise zwei Verträge abgeschlossen: ein Dienstleistungsvertrag mit dem Arbeitgeber der Betreuungskraft in Osteuropa sowie ein Vermittlungsvertrag mit der Vermittlungsagentur in Deutschland. Deutsche Verbraucher erhalten allerdings kaum Informationen über die ausländischen Dienstleistern mit denen sie Verträge abschließen. Genauso unklar der Beschäftigungs- und Versicherungsstatus der Beschäftigten.

Genauso mangelhaft ist die Aufklärung von Verbraucher darüber wer die Betreuungskraft ist. Für Verbraucher ist nicht transparent welche Betreuungsqualifikation sie besitzt oder welche Sprachkompetenzen sie mitbringt.

In vielen Fällen versäumen Vermittler außerdem über die gesetzlichen Vorgaben der umgangssprachliche als “24 Stunden Pflege” bezeichneten Dienstleistung aufzuklären. Dies benachteiligt vor allem die Beschäftigten aus Osteuropa mit zu langen Arbeitszeiten und zu kurzen Ruhepausen. Das deutsche Gesetz erlaubt pro Woche eine maximale Arbeitszeit von 48 Stunden- mit mindestens 11 Stunden Ruhezeiten zwischen einzelnen Einsätzen und einen freien Tag pro Woche. Zudem weisen die Dienstleistungsverträge große Mängel bezüglich der Haftung bei Fehlern und Unfällen der Betreuungskraft auf.

Kaum eine Agentur verfügt über Prozesse zur Qualitätssicherung. Die wenigsten Vermittler konnten Vereinbarungen mit den Dienstleistern nachweisen, die eine ausreichende Qualifizierung der Betreuungskräfte sicherstellt oder Deutschkenntnisse anhand nachvollziehbarer Standards wie etwa dem Gemeinsame europäische Referenzrahmen für Sprachen (CEFR) dokumentiert.

Bis zur Entwicklung DIN SPEC 33454 im Februar 2021 gab es keine keinen Branchen-Standard und kaum gesetzliche Vorgaben an denen sich Verbraucher und Anbieter orientieren konnten. Einzig der Nachweis des Sozialversicherungsstatus in Form des sog. A1-Formulars ist gesetzlich vorgeschrieben, der von Anbietern in vielen Fällen aber nicht erbracht wird.

Welche Anforderungen legt die DIN SPEC 33454 fest?

Alle Anforderungen denen nach der DIN SPEC 33454 zertifizierte Vermittler genügen müssen, sind kostenfrei über den Beuth Verlag (DIN) zum Download (PDF) erhältlich.

  1. Anforderungen an Betreuungskräfte
    1. Allgemeines
    2. Alter und gesundheitliche Eignung
    3. Sprachkenntnisse
    4. Personale Kompetenzen
    5. Sozial-kommunikative Kompetenzen
    6. Handlungskompetenzen
    7. Betreuungsbezogenes Grundlagenwissen
  2. Anforderungen an den Einsatz und den Einsatzort
    1. Allgemeines
    2. Wohnraum der Betreuungskraft und Ausstattung
    3. Zugang zu sanitären Anlagen und zur Küche
    4. Verfügbarkeit finanzieller Mittel
    5. Verfügbarkeit von Arbeitsmitteln
    6. Verfügbarkeit von Transportmöglichkeiten
    7. Schutz der körperlichen Unversehrtheit
    8. Benennung einer Kontaktperson
  3. Anforderungen an Vermittler von Betreuung im häuslichen Umfeld
    1. Allgemeines
    2. Allgemeine Anforderungen an alle Vermittler
      1. Vermittlereigenschaft
      2. Datenschutz
      3. Informationsbereitstellung in Werbeauftritten und in der Beratung
        1. Allgemeine Informationsbereitstellung
        2. Dienstleistungsbezogene (Erst-)Beratung
        3. Information zu rechtlichen Rahmenbedingungen
          1. Allgemeines
          2. Aufenthaltsrecht:
          3. Bestehen, Art und Umfang der Krankenversicherung der Betreuungskräfte:
          4. Zusammenfassung der wesentlichen Inhalte des zu vermittelnden Dienstleistungsvertrages (siehe 7.5);
          5. Hinweise zur Haftung des Dienstleistungserbringers und zu im Dienstleistungsvertrag vereinbarten Haftungsausschlüssen:
      4. Art der Informationsaufbereitung und Aktualität
      5. Erfassung des Betreuungs- und Pflegebedarfs und der Anforderungen an die Betreuungskraft
      6. Verifikation des Betreuungs- und Pflegebedarfs durch eine examinierte Pflegefachkraft
      7. Eignungsbeurteilung von Betreuungskräften durch den Vermittler
      8. Vorstellung von Betreuungskräften bei Verbrauchern
      9. Vertragsabwicklung
      10. Anreise der Betreuungskraft und koordinierte Einführung in die Betreuungssituation
      11. Aufgaben des Vermittlers nach Vermittlung eines Dienstleistungsvertrages
      12. Anforderungen an die Qualitätssicherung
    3. Spezielle Anforderungen an Vermittler von Dienstleistungserbringern mit nicht selbstständigen Betreuungskräften
      1. Allgemeines
      2. Vereinbarung zwischen Verbraucher und Vermittler
      3. Auswahl und Auditierung von Dienstleistungserbringern
      4. Kooperation zwischen Dienstleistungserbringer und Vermittler
      5. Informationsbereitstellung über den Dienstleistungserbringer
    4. Spezielle Anforderungen an Vermittler von gewerblich selbstständigen Betreuungskräften
      1. Allgemeines
      2. Anforderungen an Formalien
      3. Anforderungen an die Anwerbung von Betreuungskräften
  4. Anforderungen an Dienstleistungserbringer von Betreuung im häuslichen Umfeld
    1. Allgemeines
    2. Anforderungen an ausländische Dienstleistungserbringer mit nicht selbstständigen Betreuungskräften
      1. Kommunikation und Erreichbarkeit
      2. Eignungsbeurteilung von Betreuungskräften und Vorstellung bei Verbrauchern
      3. Aufgaben des Dienstleistungserbringers nach Betreuungsbeginn
      4. Anforderungen an Formalien
    3. Anforderungen an direktvermittelnde Dienstleistungserbringer, die ohne Vermittler auftreten und die Dienstleistung mit im Ausland nicht selbstständigen Betreuungskräften erbringen
    4. Anforderungen an gewerblich selbstständige Betreuungskräfte
    5. Anforderungen an den Dienstleistungsvertrag
      1. Allgemeines
      2. Allgemeine Qualitätsmerkmale der Vereinbarung über die Dienstleistungserbringung
      3. Spezielle Qualitätsmerkmale der Vereinbarung über die Dienstleistungserbringung bei im Ausland nicht selbstständigen Betreuungskräften
      4. Spezielle Qualitätsmerkmale der Vereinbarung über die Dienstleistungserbringung bei gewerblich selbstständigen Betreuungskräften

Anforderungen an Betreuungskräfte

Persönliche Eignung

Betreuungskräfte müssen in jedem Fall volljährig sein, um ihrer Aufgabe bedarfsgerecht entsprechen zu können. Außerdem sollten sie nicht älter als 67 Jahre sein. Letzteres ist aber optional, da auch im Rentenalter viele Tätigkeiten noch möglich sein können. Um stets eine bedarfsgerechte Versorgung zu sichern, empfehlen die Autoren jedoch die Einholung einer ärztlichen Unbedenklichkeitsbescheinigung. Außerdem sollte – analog zur ambulanten und stationären Fachpflege – ein polizeiliches Führungszeugnis vorliegen, um bestimmte Personengruppen von vornherein auszuschließen.

Sprachkenntnisse

Bezüglich der Deutschkenntnisse hat sich das DIN-Gremium darauf geeinigt, dass Betreuungskräfte die Deutsche Sprache mindestens auf A1-Niveau des europäischen Referenzrahmens für Sprachen beherrschen müssen. Denn andernfalls sind Grundvoraussetzungen wie die Absetzung eines Notrufs nicht möglich.

Kompetenzen

Personale Kompetenzen
Damit die häusliche Versorgung gelingt, sollten Betreuungskräfte verantwortungsvoll, sorgfältig, anpassungsfähig, leistungsbereit und eigenverantwortlich sein.

Sozial-kommunikative Kompetenzen
Für eine erfolgreiches Miteinander in der Betreuungs sollten die Betreuungskräfte außerdem über Kommunikationsfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Kritikfähigkeit, Konfliktfähigkeit und über interkulturelle Kompetenz verfügen.

Handlungskompetenzen
Um ein hohes Maß an Qualität in der Versorgung zu erreichen sollten Betreuerinnen und Betreuer außerdem ein ausgeprägtes Zeitmanagement und Organisationsfähigkeit besitzen. Darüber hinaus ist der Umgang mit Stress und die Bereitschaft zu Lernen eine wichtige Voraussetzung.

Schulungen

Die Autoren der DIN SPEC 33454 sind sich einig, dass Schulungen für Betreuungskräfte unerlässlich sind und zukünftig zur Pflicht gehören müssen. Damit der DIN-Standard jedoch umsetzbar bleibt und von Anbietern angenommen wird – es handelt sich schließlich um eine freiwillige Selbstverpflichtung und nicht um ein Gesetz – hat sich das Gremium für eine in der Normungswelt außergewöhnlichen Formulierung entschieden. Wo normalerweise zwischen “kann, “sollte” und “muss” unterschieden wird, haben die Autoren ein “sollte dringend” eingeführt, um der besonderen Problematik Ausdruck zu verleihen.

Betreuungskräfte sollten also dringend über eine anerkannte Aus- oder Weiterbildung im Bereich der Betreuung verfügen. Dabei sollten die drei Kategorien Basiswissen, Haushalts- und Alltagswissen, sowie Grundpflege unterschieden werden.

Allgemeines Basiswissen
Zum allgemeinen Basiswissen gehört insbesondere der Unterschied zwischen informeller Pflege durch eine Betreuungskraft und Behandlungspflege durch eine examinierte Pflegefachkraft. Daraus ergeben sich Grenzen für die Tätigkeit von Betreuungskräften (z.B. keine Verbandswechsel, Injektionen oder Wundversorgung).

Haushalts- und Alltagswissen
Um den Alltag erfolgreich zu meistern sollten Betreuungskräfte in den Bereichen Haushaltsführung, Freizeitgestaltung, Alltagsbegleitung, Tagesstrukturierung und im Umgang mit Angehörigen und anderen an der Versorgung beteiligten Menschen geschult sein.

Wissen zur Grundpflege
Für eine adäquate Versorgung sind Schulungen zur Grund- und Körperpflege, zu verschiedenen Krankheitsbildern, zur Inkontinenzversorgung und zur Hygiene unerlässlich. Außerdem sollten Schulungen zur Ernährung, zum Einsatz von Hilfsmitteln (bspw. Personenlifter), zur Förderung von Beweglichkeit, zum Erhalt der Selbstversorgung und zur Beobachtung von Auffälligkeiten (bspw. Hautveränderungen oder Entzündungen) erfolgen.

Erste Hilfe

Im Gegensatz zur “sollte”-Regelung bei Schulungen, müssen Betreuungskräfte ab 1. März 2022 zwingend über einen anerkannten Nachweis in Erster Hilfe verfügen, der nicht älter als fünf Jahre sein darf.

Anforderungen an den Einsatzort

In der häuslichen Versorgung ist es wichtig, dass sich sowohl die unterstützungsbedürftigen Personen als auch die Betreuungskräfte wohl fühlen. Daher haben die Autoren der DIN SPEC 33454 Mindestanforderungen festgelegt, die unbedingt erfüllen sein müssen.

Wohnraum der Betreuungskraft

Damit die Betreuungskraft einen Rückzugs- und Erholungsort hat, muss ihr mindestens ein Zimmer zur alleinigen Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Wichtig ist dabei, dass der Wohnraum beheizbar ist, verschließbare Türen besitzt, über ein Fenster mit Tageslichteinfall verfügt und sich in sauberem Zustand befindet. Außerdem muss der für die Betreuungskraft vorgesehene Wohnraum neben Schlafmöglichkeiten (Bett und Bettzeug) auch über eine Sitzgelegenheit und einen Tisch, sowie über einen Schrank verfügen. Um mit der Familie zuhause Kontakt zu halten, ist es für die Betreuungskraft außerdem unerlässlich, dass eine WLAN-Internetverbindung verfügbar ist.

Sanitäre Anlagen und Küche

Neben einem geeigneten Rückzugsort benötigt die Betreuungskraft die Möglichkeit, Bad und Toilette (mit) nutzen zu können. Wichtig ist dabei, dass der Zugang zu diesen Räumen jederzeit möglich ist und nicht auf bestimmte Zeiten beschränkt wird. Außerdem müssen die genannten Räume abschließbar und in einem sauberen Zustand sein. Darüber hinaus muss der Betreuungskraft uneingeschränkter Zugang zur Küche gewährt werden, sodass sie sich auf Wunsch auch außerhalb der Essenszeiten der unterstützungsbedürftigen selbst mit Speisen versorgen kann. Des Weiteren muss eine Waschmaschine zur Nutzung verfügbar sein, ebenso wie eine Trockengelegenheit (z.B. Wäschetrockner oder Wäscheleine).

Finanzielle Mittel

Damit die Betreuungskraft sich angemessen um Haushalt und Mahlzeiten kümmern kann, muss ein entsprechendes Haushaltsbudget vorhanden sein. Dabei ist zu beachten, dass mit der Arbeitgeber der Betreuerin oder des Betreuer freie Kost vereinbart ist. Er oder sie darf also handelsübliche Lebensmittel nach freier Wahl kaufen und essen. Sofern die Betreuungskraft Ausgaben von ihrem eigenen Geld auslegt, ist es wichtig, dass ihr diese zeitnah wieder erstattet werden.

Arbeitsmittel

Um den Haushalt reinigen zu können, müssen am Einsatzort die entsprechenden Utensilien vorhanden sein oder angeschafft werden. Dazu gehören bspw. Wischzeug und ein Staubsauger, sowie ein Besen. Je nach Versorgungssituation müssen außerdem Pflegehilfsmittel zur Verfügung stehen. Bspw. ein Personenlifter bei entsprechenden Mobilitätseinschränkungen oder Einweghandschuhe bei Inkontinenz.

Transportmöglichkeiten

Mobilität im Rahmen von Einkäufen oder Besorgungen und für Freizeitaktivitäten ist eine weitere Voraussetzung der DIN SPEC 33454. Deshalb muss entweder eine Auto, Zugang zum öffentlichen Nahverkehr oder eine für die Betreuungskraft planbare Mitfahrgelegenheit zur Verfügung stehen.

Kontaktperson

Zu guter letzt ist es wichtig, dass für kleinere Notfälle eine Kontaktperson in der Nähe des Einsatzortes erreichbar ist. Das können bspw. Angehörige, Nachbarn, Freunde und Bekannte oder auch professionelle Dienstleister wie ein Pflegedienst sein.

Anforderungen an Vermittler

Zentraler Akteur im Rahmen der häuslichen Versorgung durch Betreuungskräfte aus dem Ausland ist das Vermittlungsunternehmen. Dieses hat in der Regel seinen Sitz in Deutschland und muss umfangreiche Vorgaben gemäß DIN SPEC 33454 erfüllen.

Allgemeines

Vermittlungsunternehmen sind dazu verpflichtet, in allen Informationsmaterialien und auf der Website deutlich auf die Eigenschaft als Vermittler hinzuweisen. Außerdem müssen die vollständige Firmenanschrift und Kontaktmöglichkeiten (bspw. per E-Mail und Telefon) genannt werden. Es ist dem Vermittler nicht gestattet, Standorte zu bewerben an denen keine Mitarbeiter oder verbundenen Unternehmen im Sinne der DIN SPEC 33454 tätig sind. Außerdem muss jedes Vermittlungsunternehmen eine Betriebshaftpflichtversicherung besitzen.Darüber hinaus ist der Vermittler dafür verantwortlich, dass alle datenschutzrechtlichen Vorgaben eingehalten werden.

Beratungspflicht

Aufgabe der Vermittlungsunternehmen ist es potentielle Kunden umfassend zu beraten und aufzuklären. Dabei müssen allgemeine Informationen, dienstleistungsbezogene Informationen und rechtliche Rahmenbedingungen Berücksichtigung finden. Die Beratung muss anschließend in einer Beratungsdokumentation festgehalten werden und potentiellen Kunden zur Unterzeichnung zugesandt werden. Alle vom Vermittler bereitgestellten Informationen müssen gut verständlich, klar leserlich und leicht zugänglich sein. Außerdem müssen die Informationsinhalte vergleichbar, transparent, ausgewogen und in deutscher Sprache dargestellt werden.

Allgemeine Informationen
Zur Aufklärung und Information von Kunden sind Vermittler dazu verpflichtet, nicht nur über eigene Website zu verfügen, sondern auch Unterlagen in Textform für den Versand an Kunden vorzuhalten. Die Vermittler müssen in diesen Unterlagen ein Verzeichnis der vom Vermittler angebotenen Leistungen bereitstellen und eine klare Abgrenzung zu den Betreuungsunternehmen mit Sitz im Ausland vornehmen. Außerdem gehört es laut DIN SPEC 33454 zur Aufgabe der Vermittler, alle Kosten – sowohl einmalig als auch wiederkehrend – zu benennen. Das gilt insbesondere für die eigentlichen Dienstleistungskosten, aber auch für Reisekosten, Feiertagszuschläge und Vermittlungsgebühren. In diesem Zuge müssen Vermittler auch auf weitere möglich Kosten hinweisen wie etwa für die Verpflegung der Betreuungskraft und für einen Internetzugang. Außerdem sind Vermittler in der Pflicht, Möglichkeiten der Finanzierung – z.B. über die Pflegekasse – aufzuzeigen.

Dienstleistungsbezogene Informationen
Neben der allgemeinen Beratung und Aufklärung hat der Vermittler dafür Sorge zu tragen, dass Verbrauchern alle wichtigen Informationen in Bezug auf die vermittelte Dienstleistung zugänglich gemacht werden. Dies muss sowohl durch eine telefonische Beratung als auch durch die Übersendung von Dokumenten (z.B. in Form einer Kundenbroschüre) geschehen.
Dabei ist es von besonderer Bedeutung, den Kunden über die Anforderungen an den Einsatzort zu informieren, den Umfang der Betreuungsleistung und seine Grenzen aufzuzeigen und die Wechsel von Betreuungskräften – insbesondere bei Nichteignung oder Konflikten – zu beschreiben. Außerdem ist es Aufgabe des Vermittlers zu erläutern wie bei Ausfall einer Betreuungskraft verfahren wird, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter krankenversichert sind und ob der Arbeitgeber im Ausland über eine Betriebshaftpflichtversicherung verfügt.

Rechtliche Rahmenbedingungen
Zusätzlich zu den allgemeinen und den dienstleistungsbezogenen Informationen ist es Aufgabe des Vermittlers, über die rechtlichen Rahmenbedingungen aufzuklären. Auch diese Anforderung muss sowohl telefonisch als auch durch Übersendung von Unterlagen erfolgen.

Allgemeines
Besonders wichtig ist es, dass der Vermittler den umgangssprachlichen Begriff „24h-Pflege“ gegenüber der tatsächlich vermittelten Betreuungsdienstleistung abgrenzt. Gemeint ist dabei die Abgrenzung zwischen informeller Pflege und Fachpflege. Außerdem ist eine Erläuterung der Arbeitszeit notwendig. Denn mit einer tatsächlichen Rund-um-die-Uhr Betreuung ist die vermittelte Dienstleistung in keinem Fall gleichzusetzen. Außerdem ist es Aufgabe des Vermittlers, den Kunden darüber zu informieren, ob die Betreuungskräfte EU-Staatsangehörige sind oder nicht. Falls sie das nicht sind, muss der Kunde aufgeklärt werden ob ein inländischer Aufenthaltstitels mit Beschäftigungserlaubnis oder ein Schengen-Visum vorliegt. Zusätzliche sieht der DIN-Standard vor, dass Interessenten und Kunden Informationen zum Krankenversicherungsschutz der Betreuungskräfte erhalten. Dazu gehört, ob es sich um eine Krankenversicherung im Rahmen der Sozialversicherung oder um eine Privatversicherung (bspw. bei gewerblich Selbständigen) handelt. In diesem Zusammenhang muss auch die Bedeutung der europäischen Versichertenkarte erläutert werden. Darüber hinaus muss der Vermittler den Kunden erklären in welchem Rahmen die Betreuungskräfte tätig werden (z. B. als selbstständige Gewerbetreibende oder als angestellte Mitarbeiter). Diese Grundlage der Dienstleistungserbringung muss dem Kunden ausführlich erläutert werden.

Nicht-selbstständige Betreuungskräfte (z. B. Entsendung von Arbeitnehmern)
Vermittelt ein Anbieter Betreuungskräfte, die bspw. in einem anderen EU-Land beschäftigt sind und nach Deutschland entsendet werden (sog. Arbeitnehmerentsendung), dann muss er darüber aufklären wer der Arbeitgeber ist und wo dieser seinen Sitz hat. Außerdem muss die genaue Form der Beschäftigung genannt werden (z. B. reguläres Arbeitnehmerverhältnis oder sog. Auftragsverhältnis). Zusätzlich muss der der Vermittler darüber informieren, ob die Meldung zur Sozialversicherung in Deutschland oder im Ausland erfolgt. Falls sie im Ausland durchgeführt wird, muss auch über die sog. A1-Bescheinigung aufgeklärt werden. Außerdem muss darauf hingewiesen werden, dass arbeitsrechtliche Weisungsrechts durch den Kunden und das Vermittlungsunternehmen ausgeschlossen ist. Zusätzlich müssen dem Kunden Tipps gegebene werden, wie eine sog. Arbeitnehmerüberlassung vermieden werden kann (insbes. kein Weisungsrecht ausüben). Des Weiteren gehört es zu den Aufgaben des Vermittlers zu erklären, dass sowohl das deutsche Mindestlohngesetz als auch das deutsche Arbeitszeitgesetzes Anwendung finden. In diesem Zusammenhang müssen die Begriffe Arbeitszeit, Bereitschaftszeit, Rufbereitschaft und Ruhezeit erklärt werden. zu guter letzt muss über die Rechtsfolgen bei bei Missachtung von Arbeitszeitgesetz, Mindestlohngesetz und Arbeitnehmerüberlassungsgesetz informiert werden.

Selbstständige Betreuungskräfte (z. B. mit Gewerbe in Deutschland)
Vermittelt ein Anbieter Betreuungskräfte, die als Gewerbetreibende selbstständig sind, so muss er zunächst darüber informieren, ob die Gewerbeanmeldung in Deutschland oder im Ausland erfolgt. Falls sie im Ausland erfolgt, muss darüber aufgeklärt werden, ob eine Anmeldung zur Sozialversicherung erfolgt. Falls es sich um ein Gewerbe im Ausland handelt, müssen Kunden informiert werden wie die Selbst-Entsendung von Gewerbetreibenden funktioniert. Außerdem muss auch bei Selbstständigen auf den Ausschluss des Weisungsrechts geachtet werden. Zusätzlich müssen die Merkmale der Selbstständigkeit in Abgrenzung zu den Merkmalen einer abhängigen Beschäftigung erläutert werden. In diesem Zusammenhang muss auf die Gefahr der Scheinselbstständigkeit hingewiesen werden, wie diese vermieden werden kann und was die Rechtsfolgen für den Kunden bei Feststellung einer Scheinselbstständigkeit sein können. Außerdem muss der Hinweis gegeben werden, dass der Sozialversicherungsstatus einer Betreuungskraft durch ein sog. Statusfeststellungsverfahren bei der Deutschen Rentenversicherung abschließend geklärt werden kann.

Dienstleistungsvertrag und Haftung
Der Vermittler muss Interessenten über die wesentlichen Inhalte des Dienstleistungsvertrages aufklären. Dazu gehören bspw. Leistungs- und Kostenverzeichnis, Kündigungsfristen, Regelungen für den Ausfall oder Wechsel von Betreuungskräften und das Vorgehen bei Veränderungen des Gesundheitszustandes. Außerdem muss der Vermittler darüber informieren, ob Haftungsbeschränkungen, Haftungsausschlüsse und / oder Leistungsausschlüsse (bspw. bei Ausfall einer Betreuungskraft) bestehen. Darüber hinaus muss der Vermittler über das Vorliegen eine Betriebshaftpflichtversicherung des Dienstleisters und die Haftungshöchstsummen aufklären.

Bedarfsermittlung

Das Vermittlungsunternehmen ist gemäß DIN SPEC 33454 dazu verpflichtet, bei seinen potentiellen Kunden den Unterstützungsbedarf und die Erwartungen an die Betreuungskraft und bzw. deren Arbeitgeber (Dienstleister) festzustellen. Dabei muss der Vermittler in jedem Fall zahlreiche Informationen zur unterstützungsbedürftigen Person erfassen. Dazu gehören bspw. körperliche und geistige Erkrankungen, Bewegungseinschränkungen und Körperpflege, Geisteszustand und Orientierung, Ernährungs- und Schlafverhalten, genutzte Hilfsmittel und eine Beschreibung des Tagesablaufs. Außerdem müssen Kontaktpersonen bzw. Ansprechpartner benannt, das Aufgabenfeld der Betreuungskraft abgefragt (inkl. zeitlicher Bedarf) und die Einbindung weitere Dienstleister festgestellt werden. Darüber hinaus müssen die Anforderungen an die Betreuungskraft (z.B. Vorerfahrung oder Sprachkenntnisse) und die Erfüllung der Anforderungen an den Einsatzort geklärt werden. Dazu gehört der Wohnraum der unterstützungsbedürftigen Person sowie der Wohnraum und dessen Ausstattung, der für die Betreuungskraft vorgesehen ist.

Beurteilung Pflegefachkraft

Die Angaben aus der Bedarfsermittlung muss das Vermittlungsunternehmen im Rahmen eines Gesprächs (telefonisch oder persönlich) prüfen. Falls etwas nicht korrekt ist, muss der Vermittler eine entsprechende Änderung im Fragebogen vornehmen. Idealerweise erfolgt bereits dieser Abgleich durch eine examinierte Pflegefachkraft wie bspw. eine Krankenschwester oder einen Altenpfleger. Danach muss die Gesamtsituation in jedem Fall durch eine examinierte Pflegekraft erfolgen. Diese kann entweder zustimmen, ablehnen oder Auflagen machen (z. B. die Einbindung eines Pflegedienstes). Liegt mindestens Pflegegrad 3 vor, sollte dem Kunden die Einbindung eines Pflegedienstes oder einer anderen pflegefachlichen Netzwerkstruktur nahegelegt werden. Die ausgebildeten Pflegekräfte müssen beim Vermittlungsunternehmen oder einem verbundenen Unternehmen angestellt sein.

Anforderungen an Dienstleister

Die Dokumentation der Anforderungen an Dienstleister erfolgt in den nächsten Tagen.

In vier Schritten zur häuslichen Betreuung!

 Natürlich sicher und verschlüsselt! Schließlich geht es um Ihre Gesundheitsdaten.

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