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März 07, 2023

Ernährung im Alter: So bleiben Senioren fit und gesund

Ernährung im Alter hat einen großen Einfluss auf die mentale und körperliche Gesundheit. Senioren benötigen die gleichen Nährstoffen wie junge Menschen - aufgrund des reduzierten Essverhaltens müssen diese aber in höherer Konzentration aufgenommen werden. Welche Lebensmittel dafür nützlich sind, wie Sie Senioren richtig unterstützen und was bei Alterskrankheiten zu beachten ist, lesen Sie hier.

Gesunde Ernährung für Senioren: Die wichtigsten Tipps im Überblick

  • Mindestens 1,5 Liter pro Tag trinken
  • Mindestens eine warme Mahlzeit am Tag
  • Genügend Vitamine und Mineralstoffen einnehmen: der Bedarf kann sich im Alter erhöhen
  • Eiweiße sind ein wichtiger Bestandteil der Ernährung
  • Kräftig würzen, um den Geschmacks- und Geruchssinn anzuregen
  • Ungesättigte Fette benutzen
  • Saisonales Obst und Gemüse kaufen und möglichst fünf Stück am Tag essen
  • Öfters auf Fleisch zu verzichten (maximal 3x pro Woche)
  • Lieber Vollkornprodukte statt Weißmehlprodukte
  • Süßigkeitenkonsum auf gelegentliches Naschen beschränken
  • Gemeinsam essen, denn zusammen isst es sich besser

Warum Ernährung im Alter besondere Aufmerksamkeit erfordert

Gesunde Ernährung ist sowohl in jungen Jahren als auch in alten Tagen wichtig für die körperliche und mentale Gesundheit. Im höheren Alter kommt hinzu, dass körperliche Veränderungen einen direkten Einfluss auf die Ernährung im Alter haben. Zu diesen Veränderungen zählen:

  • Abnahme von Muskelkraft und Muskelmasse
  • Mangelndes Durstempfinden
  • Kaubeschwerden und Schluckstörungen
  • Verändertes Verdauungssystem
  • Sehstörungen und Veränderung des Geschmacksempfindens
  • Einfluss von Medikamenten und Krankheiten
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Verstopfung

Abnahme von Muskelkraft und Muskelmasse

Mit zunehmendem Alter verändert sich der Körper und es kann schwieriger werden, eine ausgewogene Ernährung aufrechtzuerhalten. Ein Phänomen, das als Sarkopenie bezeichnet wird, ist die Abnahme der Muskelmasse und eine damit einhergehende Verringerung der körperlichen Kraft. Auch der Kalorienbedarf im Ruhezustand (Grundumsatz) sinkt aufgrund des Verlusts an Muskelmasse. Das kann dazu führen, dass der Appetit, die Beweglichkeit und die Belastbarkeit im Alter abnehmen. Personen, die sich wenig bewegen, sind besonders von diesen Veränderungen betroffen. Eine ausgewogene Ernährung im Alter und ein guter Gesundheitszustand können jedoch dazu beitragen, die Beweglichkeit und Gehfähigkeit zu erhalten und das Risiko von Krankheiten, Stürzen und Knochenbrüchen zu minimieren.

Mangelndes Durstempfinden

Im Alter kann es schwieriger werden, den Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht zu halten. Senioren sollten mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag trinken, um ausreichend hydriert zu bleiben. Ein gemindertes Durstempfinden kann dazu führen, dass Senioren automatisch weniger trinken. Um dies zu vermeiden, kann es hilfreich sein, feste Trinkpläne und Erinnerungshilfen zu nutzen. Beispielsweise können Wecker gestellt werden oder Sie bereiten die Trinkmenge für den Tag schon morgens vor. Feste Trinkrituale zum Essen zu bestimmten Tageszeiten können hilfreich sein. Auch das Trinkgefäß kann dazu beitragen, die empfohlene Trinkmenge zu erreichen, indem bunte Trinkbecher verwendet werden, bedruckte Fototassen oder die persönliche Lieblingstasse als "kleine Belohnung" am Ende des Tages.

Anzeichen für Dehydrierung sind:

  • Kopfschmerzen
  • Mundtrockenheit
  • Konzentrierter Urin
  • Verminderte Schweißbildung
  • Schwindel beim Aufstehen
  • Müdigkeit und Konzentrationsschwächen

Kaubeschwerden und Schluckstörungen

Eine Schluckstörung, auch als Dysphagie bekannt, tritt auf, wenn Menschen Schwierigkeiten haben, Nahrung und Flüssigkeiten in die Speiseröhre zu transportieren und somit Schwierigkeiten beim Schlucken haben. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit und Lebensqualität haben. Mangelnde Feuchtigkeit im Mund, verursacht durch unzureichendes Trinken oder bestimmte Medikamente, kann zu Schluckbeschwerden führen. Betroffene haben nicht nur Schwierigkeiten beim Essen und Trinken, sondern leiden auch unter der ständigen Angst, sich zu verschlucken. Dies kann sowohl körperlich als auch psychisch belastend sein. Außerdem beeinflusst es die Ernährung im Alter und führt zu verminderter Nahrungsaufnahme.

Tipps bei Schluckstörungen:

  • Keine Ablenkungen beim Essen
  • Möglichst nicht sprechen während des Essens
  • Auf stabile und aufrechte Sitz- und Kopfhaltung achten
  • Konsistenz der Nahrung auf die Bedürfnisse der Person anpassen (gegebenenfalls Speisen einzeln pürieren oder auf pürierte Gerichte zurückgreifen)
  • Flüssigkeiten mit speziellen Produkten andicken
  • Langsam essen, gut und gründlich kauen, kleine Bissen und Schlucke nehmen
  • Nach jedem Schluck Tasse/Glas abstellen und nachschlucken
  • Mund vor dem nächsten Bissen vollständig leeren

Probleme beim Kauen können verschiedene Ursachen haben: schlecht sitzende Zahnprothesen, die Schmerzen beim Essen verursachen, fehlende Zähne, Absenkung des Kiefergelenks, verminderte Kraft und Ausdauer der Kaumuskulatur, Tumore, Lähmungen oder unzureichende Mundhygiene, die zu Entzündungen führen kann. Diese Probleme können zu Schwierigkeiten beim Essen und zur Vermeidung bestimmter Nahrungsmittel führen, was sich wiederum auf die Ernährung und Gesundheit älterer Menschen auswirkt.

Tipps bei Kauproblemen:

  • Aufmerksam die Nahrungsaufnahme beobachten
  • Konsistenz der Nahrung anpassen (pürieren/klein schneiden)
  • Mögliche Schmerzen beim Essen erfragen
  • Mund nach dem Essen gründlich ausspülen
  • Gebiss täglich reinigen
  • Zahnersatz regelmäßig überprüfen und anpassen

Verändertes Verdauungssystem

Im Alter verändert sich der Magen-Darm-Trakt, was Auswirkungen auf die Verdauung hat. Es kann zu einer geringeren Bildung von Verdauungsenzymen und damit einer geringeren Aufnahme von Nährstoffen führen. Veränderungen an der Magenschleimhaut bewirken, dass der Körper nicht ausreichend Vitamin B12 aufnimmt, was Mangelerscheinungen wie Anämie und Probleme im Nervensystem bewirken kann.

Empfehlung: Um Mangelernährung zu vermeiden, sollten ältere Personen öfter kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nehmen.

Sehstörungen und Veränderung des Geschmacksempfindens

Im Alter kann die Wahrnehmung von Lebensmitteln beeinträchtigt sein, was sich auf das Essverhalten auswirkt. Senioren können Speisen weniger ansprechend finden, weil sie diese z. B. aufgrund von Sehproblemen wie dem Grauen Star nicht mehr so gut wahrnehmen. Auch das Geschmacksempfinden kann sich verändern, da die Anzahl der Geschmacksknospen im Alter abnimmt. Dadurch können Speisen als fade empfunden werden, was zu Appetitlosigkeit und Mangelernährung führen kann. Manche Senioren entwickeln aufgrund dieser Veränderungen eine Vorliebe für süße Speisen.

Einfluss von Medikamenten und Krankheiten

Ein trockener Mund kann durch die Einnahme bestimmter Medikamente bei Senioren zu Problemen bei der Nahrungsaufnahme führen. Auch ein nicht optimal sitzender Zahnersatz kann das Geschmacksempfinden beeinträchtigen, da er einen großen Teil der Mundschleimhaut bedeckt.

Einige der häufigsten Gesundheitsprobleme, die spezielle Ernährungsbedürfnisse mit sich bringen, sind:

  • Demenz, bei der sich die Geschmackswahrnehmung verändern kann und die Betroffenen keinen Hunger oder Appetit mehr verspüren
  • Diabetes, bei dem eine fettarme Ernährung und Lebensmittel mit niedrigem glykämischen Index empfohlen werden, um die Blutzuckerregulation zu unterstützen
  • Parkinson-Syndrom, bei dem eine ballaststoffreiche Ernährung Senioren helfen kann, die Symptome zu lindern
  • Altersdepressionen, bei denen eine ausgewogene Ernährung im Alter helfen kann, das Wohlbefinden zu verbessern
  • Rheumatische oder entzündliche Erkrankungen, bei denen eine entzündungshemmende Ernährung empfohlen wird, um die Symptome zu lindern

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Im Alter entwickeln sich bei Senioren häufig Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Lebensmitteln. Diese können in Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall und Blähungen, aber auch in Kopfschmerzen nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel auftreten. Um sicherzustellen, dass Senioren sich trotz möglicher Unverträglichkeiten ausgewogen ernähren, sollten Sie solche Symptome mit einem Arzt besprechen und einen Ernährungsplan erstellen, der die Intoleranz berücksichtigt.

Die häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind:

  • Fruchtzucker (Fruktose)
  • Milchzucker (Laktose)
  • Gluten
  • Histamin

Verstopfung

Verstopfungen können zu Schmerzen bei der Entleerung des Darms führen. Das bewirkt bei Senioren häufig eine Reduktion der Trink- und Essensmenge. Um den Darm wieder in Schwung zu bringen, sind natürliche Füllstoffe wie quellende Pflanzenfasern bei der Ernährung bei Verstopfungen im Alter unerlässlich. Sie machen den Stuhl weicher und voluminöser, wodurch eine schnellere und regelmäßige Entleerung des Darms ermöglicht wird. Empfehlenswert bei Beschwerden mit Darmträgheit sind 35 Gramm Ballaststoffe täglich, die man durch ausreichend Vollkornprodukte, Gemüse und Obst erhält. Ein weiteres natürliches Hausmittel gegen Verstopfung ist warmes, gesalzenes Wasser. Ein Glas davon auf nüchternen Magen getrunken, kann den Entleerungsreiz des Darms auslösen und wirkt aktiv gegen die Verstopfung.

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10 Tipps für eine ausgewogene Ernährung im Alter

Für Senioren ist es wichtig, dass ihre Ernährung an Vorerkrankungen angepasst wird. Durch den Einbezug der Familie kann gemeinsam ein Ernährungsplan erstellt werden. Folgende Tipps helfen Ihnen und den Senioren bei der Erstellung eines abwechslungsreichen und gesunden Ernährungsplan:

Tipp 1: Viel Gemüse und Obst

Obst und Gemüse liefert dem Körper wichtige Nährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe. Die Nährstoffe wirken unterstützend für das Immunsystem und hemmen Entzündungen. Eine Faustregel der deutschen Gesellschaft für Ernährung lautet: fünf Mal am Tag Gemüse und Obst, was etwa 650 Gramm entspricht.

So klappt es:

  • Probieren Sie neue Gemüsesorten beim Kochen aus, wie zum Beispiel lila Blumenkohl.
  • Fügen Sie dem Lieblingsessen des Seniors kleine Mengen Gemüse hinzu, z.B. Karotten oder Paprika in einer Bolognese Sauce.
  • Suppen aus Gemüse eignen sich perfekt für eine warme Mahlzeit.
  • Ersetzen Sie Nudeln durch Zucchini oder Karotten, indem Sie das Gemüse in Streifen schneiden
  • Blumenkohl kann als Reis eingesetzt werden.
  • Zucchini klein geraspelt, können beim Frühstück als Ersatz für Haferflocken benutzt werden.
  • Kirschtomaten oder Gemüsesticks sind ein idealer Snack für zwischendurch.
  • Werten Sie das Brot zum Abendessen mit Gemüsestreifen auf.
  • Gewöhnen Sie den Senior an einen Beilagensalat zu einer Hauptspeise.
  • Pürieren Sie Gemüse! Testen Sie Rote Bete mit Birne in einem leckeren Smoothie.

Tipp 2: Wichtige Vitamine und Spurenelemente

Senioren mangelt es oft an Vitaminen und Spurenelementen wie Vitamin D, Folsäure und Jod.

Vitamin D ist für unseren Körper unerlässlich, da es die Aufnahme von Kalzium im Magen unterstützt und zusammen mit Kalzium und Vitamin K die Knochen stärkt. Es ist auch wichtig für die Gesundheit von Organen, das Immunsystem, Muskeln, Nerven und unser Gehirn. Mit zunehmendem Alter nimmt die Fähigkeit des Körpers ab, Vitamin D durch Sonneneinstrahlung auf der Haut zu produzieren, deshalb sollte man es bewusst mit der Nahrung aufnehmen.

Folsäure gehört zu den B-Vitaminen und schützt den Körper bereits im Mutterleib. Es hilft bei der Vermeidung von Missbildungen, unterstützt die Zellteilung, verhindert Blutarmut im Alter und wirkt präventiv gegen psychische und altersbedingte Krankheiten. Ein Mangel kann durch unzureichende Ernährung, Alkoholmissbrauch, Verdauungsstörungen, Lebererkrankungen und bestimmte Medikamente verursacht werden.

Jod gehört zu den Mineralstoffen, die häufig in unzureichender Menge aufgenommen werden. Es ist ein wichtiger Baustein für die Funktion der Schilddrüse, die viele wichtige Körperfunktionen reguliert, einschließlich des Stoffwechsels.

Empfehlung: Lassen Sie regelmäßig ein großes Blutbild erstellen, um zu erfahren, welche Nährstoffe in dem Speiseplan des Seniors besonders wichtig sind.

So klappt es:

  • Für Vitamin D eignen sich folgende Lebensmittel: fettige Fische (Hering, Makrele, Lachs), Lebertran, Eigelb, Speisepilze und angereicherte Lebensmittel wie Margarine. Hierbei ist es wichtig, nicht zu viel von fettigen Lebensmitteln zu konsumieren und im Zweifelsfall lieber Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen.
  • Für Jod eignet sich: Seefisch und mit Jod angereichertes Salz.
  • Für Folsäure eignet sich: grünes Gemüse, insbesondere Blattgemüse wie Spinat und Salate, Tomaten, Hülsenfrüchte, Nüsse, Orangen, Sprossen, Weizenkeime und Vollkornprodukte sowie Kartoffeln, Leber und Eier.

Tipp 3: Viel Vollkorn

Durch die wertvollen Nährstoffe und Ballaststoffe im Vollkorn wird die Verdauung angeregt, was besonders für ältere Menschen von Vorteil sein kann, da der Darm im Alter nicht mehr so aktiv ist.

So klappt es:

  • Steht Vollkorn auf einem Produkt, muss auch Vollkorn drin sein. Genauer: 90 Prozent des eingesetzten Mehls müssen Vollkornmehl sein. Der Begriff ist geschützt!
  • Ein Einstieg in den Tag kann ein Haferflockenmüsli sein, da Haferflocken Vollkorn enthalten. Sie eignen sich auch gut als Zutat in Desserts oder Smoothies.
  • Müsli enthält häufig viel Zucker und nur noch wenig Vollkorn. Tipp: Immer auf die Inhaltsstoffe achten und extra Haferflocken zum Müsli geben.
  • Gutes Brot muss nicht aus Weizen sein, fein gemahlenes Vollkorn ist einfacher zu verdauen.
  • Vollkornnudeln passen gut zu kräftig gewürzten Soßen oder pikanten Käsekrusten. Probieren Sie verschiedene Sorten aus, um den richtigen Geschmack für den Senior zu finden.
  • Bulgur mit Gemüse ist ein leckeres Mittagessen, das zudem nahrhaft und gesund ist.
  • Leinsamen oder Flohsamenschalen sind ebenfalls gute Quellen für Ballaststoffe und sind leichter verträglich als Vollkorn. Erinnern Sie den Senior daran, mindestens 200 Milliliter Flüssigkeit pro Teelöffel zu trinken.
  • Es ist wichtig, die Nahrung gut zu kauen und ausreichend zu trinken, um die Ballaststoffe besser zu verdauen.

Tipp 4: Viel Eiweiß

Mit zunehmendem Alter nimmt die Muskelmasse ab, insbesondere wenn man sich weniger bewegt. Um Kraft und Mobilität zu erhalten, ist es wichtig, regelmäßig Bewegung und Kraftsport zu treiben sowie eine eiweißreiche Ernährung im Alter zu befolgen. Eiweiß ist wichtig für den Aufbau von Muskeln, deshalb sollte jede der drei Hauptmahlzeiten eiweißreich sein.

So klappt es:

  • Zum Frühstück zu den Haferflocken und dem Obst noch einige Cashews hinzugeben. Nüsse sind proteinreich und ein guter Snack für zwischendurch.
  • Anstatt dem Müsli kann auch ein Vollkornbrot mit Käse und Spiegelei viel Eiweiß am Morgen liefern.
  • Linseneintopf mit Fleisch oder Tofu eignet sich als proteinreiches Mittagessen.
  • Zum Abendessen ist Thunfisch mit grünem Gemüse eine gute Wahl für eine gesunde letzte Mahlzeit.

Tipp 5: Gute Fette

Früher wurden in vielen Ernährungsratgebern Fette verteufelt. Es ist wichtig, zwischen guten und schlechten Fetten zu unterscheiden. Als sogenannte „schlechte Fette“ werden oft gesättigte Fettsäuren bezeichnet, da sie im Übermaß den Cholesterinspiegel erhöhen können – und damit das Risiko für Herz-Kreislauf- Erkrankungen und Diabetes. Sie stecken in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Eiern und Milchprodukten. Als die „guten Fette“ gelten ungesättigte Fettsäuren. Ungesättigte Fettsäuren stecken vor allem in Nüssen, Avocados und pflanzlichen Ölen wie Olivenöl und sind wichtig für die Vitaminaufnahme im Körper. Außerdem senken sie den Cholesterinspiegel.

So klappt es:

  • Messen Sie Fette und Öle mit einem Löffel ab, um ein Gefühl für die Menge zu bekommen. Etwa 2 TL Streichfett und 2 bis 3 EL Öl decken den Tagesbedarf ab.
  • Zum Anbraten eignen sich Öle wie Oliven-, Raps- oder Sonnenblumenöle.
  • Für Salate eignen sich Walnuss- oder Leinöl, die einen besonders gesunden Mix aus ungesättigten Fettsäuren bieten.
  • Aufs Brot passen Butter oder Mischstreichfett aus Butter und Rapsöl.
  • Es ist besser, zu schmoren oder zu braten, anstatt zu frittieren.
  • Das Essen nicht zu stark anbraten.
  • Es ist empfehlenswert, öfter Fisch statt Fleisch zu essen.
  • Lieber Nüsse als Knabberzeug anstelle von Chips oder Keksen.
  • Beim Einkauf sollten Sie auf die Zutatenliste achten und Produkte vermeiden, die "pflanzliches Fett, teilweise gehärtet" enthalten, da diese oft ungesunde Transfette (künstliche Fette) enthalten.

Tipp 5: Weniger Zucker und Salz

Zucker und Salz können sowohl den Zähnen als auch der Gesundheit schaden. Zu viel Zucker kann zu Übergewicht, Diabetes und hohen Blutfettwerten führen. Zu viel Salz kann den Blutdruck erhöhen. Um dies zu vermeiden, ist es wichtig, bei der Ernährung von Senioren auf den Verzehr von Zucker und Salz zu achten.

So klappt es:

  • Statt Zwischenmahlzeiten mit süßen Snacks lieber ein kleines Dessert zu genießen, wenn man bereits satt ist.
  • Obst als süße Alternative zu Süßigkeiten wählen.
  • Zucker steckt oft in verarbeiteten Lebensmitteln wie Tomatensoßen aus dem Glas, Dosenfisch oder Fertiggerichten, daher sollten Sie auf die Zutatenliste achten.
  • Honig, Ahornsirup, Agavendicksaft und andere Alternativen zu Zucker sind nicht zwingend besser als Zucker und es ist ratsam, sich an weniger süße Geschmäcker zu gewöhnen.
  • Nur bei Bedarf salzen und kreativ mit Gewürzen experimentieren, um einen Geschmack zu verleihen, wie z.B. Oregano zu Tomaten, Minze zu Zucchini oder Curry zu Brokkoli.

Tipp 6: Ausreichend Wasser trinken

Senioren sollten genug Wasser trinken, um sich konzentriert, energiegeladen und gesund zu fühlen. Im hohen Alter kann das Durstgefühl nachlassen, weshalb sie besonders darauf achten sollten, genug zu trinken. Gesunde Erwachsene sollten jeden Tag etwa 1,5 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen, bei Hitze oder Sport ist sogar noch mehr erforderlich. Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen sollten jedoch Rücksprache mit dem zuständigen Arzt halten, um die richtige Menge an Flüssigkeit zu bestimmen.

So klappt es:

  • Am Morgen eine Trinkration für den Tag bereitstellen, um den Überblick zu behalten.
  • Ein Lieblingsglas kann einen Anreiz bieten, mehr zu trinken.
  • Man kann große Wasserflaschen kaufen, die genug Wasser für einen ganzen Tag enthalten. Das hilft dabei, im Auge zu behalten, wie viel man getrunken hat.
  • Es ist ratsam, gesüßte Getränke wie Eistee oder Limonade zu vermeiden und stattdessen Wasser zu trinken.
  • Wasser kann mit Zitronensaft, Ingwer oder Minze aufgewertet werden.
  • Ein Orangensaft zum Frühstück oder ein Tee am Nachmittag schaffen Abwechslung und führen zu mehr Spaß beim Trinken.
  • Bei Senioren ist es ratsam, einen Trinkplan zu erstellen und feste Trinkrituale festzulegen.

Tipp 7: Saisonal und regional einkaufen

Regionales und saisonales Gemüse hat viele Vorteile. Es kann reif geerntet werden, was bedeutet, dass es gesünder ist, da es Vitamine und Pflanzenstoffe enthält und zudem besser schmeckt. Außerdem ist regionales Gemüse oft pestizidfrei.

So klappt es:

  • Im Supermarkt deutsches Gemüse wählen (dabei auf das Etikett achten!).
  • Auf dem Wochenmarkt bieten Bauern der Region ihr Gemüse an. Hier nachfragen, denn manches ist zugekauft.
  • Der nächste Bioladen ist schwer erreichbar? Lassen Sie dem Senior eine Biokiste liefern oder machen Sie bei der solidarischen Landwirtschaft mit.
  • Besorgen Sie dem Senior einen saisonalen Obst- und Gemüsekalender, sodass Sie oder die Betreuungskraft genau Bescheid wissen, welche Nahrungsmittel Saison haben.
  • Schauen Sie online nach saisonalen Rezepten und überraschen Sie den Senior mit einem neuen Gericht.

Tipp 8: Auf den Bauch hören

Mit zunehmendem Alter kann unser Verdauungssystem empfindlicher auf bestimmte Faktoren reagieren, wie zu große Portionen, spätes oder fettiges Essen und scharfe Gewürze. Um herauszufinden, was für den Senior am besten funktioniert, empfiehlt es sich, verschiedene Dinge auszuprobieren und zu testen.

So klappt es:

  • Langsam essen ist wichtig, sodass sich das Völlegefühl einstellen kann.
  • Vermeiden Sie Ablenkungen wie Fernsehen oder Zeitungen während des Essens, damit der Senior bewusst genießen und erkennen kann, wann er satt ist.
  • Experimentieren Sie mit Gewürzen wie Kümmel oder Oregano, um Bohnen, Kohl und Zwiebeln besser verträglich zu machen.
  • Beachten Sie, dass manche Menschen im Alter Milch schlechter vertragen, aber Käse, Quark und Butter in der Regel kein Problem darstellen.
  • Vermeiden Sie es Süßigkeiten für den Senior zu kaufen
  • Haben Sie Geduld, wenn der Senior kürzlich mit Vollkorn oder mehr Gemüse angefangen hat. Der Körper braucht Zeit, um sich daran zu gewöhnen.

Tipp 9: Essen muss Freude machen

Essen ist mehr als nur die Aufnahme von Nährstoffen, es spricht alle Sinne an. Ernährungsexperten sagen, dass Menschen, die genießerisch essen, auch gesünder essen. Eine achtsame Haltung beim Essen kann dazu beitragen.

So klappt es:

  • Nehmen Sie sich Zeit, um den Tisch hübsch zu decken, sodass der Senior das Essen genießen kann.
  • Erlauben Sie gelegentlich eine Praline oder andere Süßigkeiten ohne schlechtes Gewissen. Es ist wichtig, dass die Ernährungsregeln nicht zu strikt sind, damit man sie durchhalten kann.
  • Schaffen Sie Anlässe, an denen mit der Familie regelmäßig zusammengesessen wird, wie z.B. bei einem Sonntagsbraten.
  • Versuchen Sie neue Küchen und Geschmäcker, das eröffnet neue Welten und macht Spaß.
  • Sprechen Sie mit dem Senior über Lieblingsgerichte und erwecken Sie alte Erinnerungen mit Speisen aus der Kindheit.

Tipp 10: Ernährungsberater können weiterhelfen

Eine Ernährungsberatung, die oft von Krankenkassen angeboten wird, kann dazu beitragen, die Nährstoffzufuhr individuell anzupassen und einer Mangelernährung im Alter vorzubeugen oder zu bekämpfen. Ein Ernährungsberater kennt die Stoffwechselprozesse im Körper und weiß Bescheid über die verschiedenen Ernährungsformen sowie die Inhaltsstoffe der jeweiligen Lebensmittel. Er kann das Essverhalten des Seniors analysieren und abgestimmt auf den Gesundheitszustand einen passenden Plan erstellen.

Fazit: Gesunde Ernährung im Alter

Abschließend ist es wichtig zu betonen: Ernährung sollte nicht als Zwang betrachtet werden, sondern als Mittel, um die Lebensqualität zu verbessern. Seien Sie kreativ beim Essen und probieren Sie verschiedene Dinge aus. Ermutigen Sie Ihren Angehörigen durch gemeinsame Mahlzeiten. Wenn Sie Veränderungen vornehmen, sollten diese nicht radikal sein und nicht alle Gewohnheiten auf einmal umstellen. Gehen Sie langsam und in kleinen Schritten vor und berücksichtigen Sie das Tempo Ihres pflegebedürftigen Angehörigen.

Betreuungskräfte aus Polen kümmern sich natürlich auch um die gesunde Ernährung des Seniors. Gerne berät Sie das Team von Mecasa rund um die sog. 24h-Pflege: 0711 633 990 77