Jan Müntinga
Aug. 08, 2020

Mecasa wird durch das Innovationsprogramm Horizon 2020 der Europäischen Union gefördert

Gefördert wird die Entwicklung eines Auswahlverfahrens, das unterstützungsbedürftigen Menschen die optimal passenden Betreuungskräfte vorschlägt. Die Berücksichtigung von Persönlichkeitsmerkmalen und individuellem Betreuungsbedarf führt zu einer 23% höheren Erfolgsquote in der häuslichen Betreuung.
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Wie die Europäische Kommission am Montag mitteilte, wird das Stuttgarter Jungunternehmen Mecasa durch das Innovationsförderungsprogramm Horizon 2020 unterstützt. Die fünfstellige Fördersumme dient dabei der Weiterentwicklung des Matching-Systems, das das Pflege-Startup in der Vergangenheit mit Prof. Dr. Dirk Hagemann von der Universität Heidelberg entwickelte.

Ziel des Auswahlverfahrens ist es, ältere Menschen und deren Betreuungskräfte aus dem Ausland im Rahmen der oftmals als „24-Stunden Pflege“ bezeichneten Betreuungsform individuell aufeinander abzustimmen. Die Berücksichtigung von Persönlichkeitsmerkmalen führt dabei zu einem besseren Auskommen beider Menschen im Alltag und verhindert einen vorzeitigen Abbruch von Betreuungsbeziehungen aufgrund persönlicher Differenzen.

Unterstützungsbedürftige Menschen leben so länger selbstbestimmt und zufriedener im eigenen Zuhause. Betreuungskräften verhilft das Matching-System zu langfristigen Arbeitsverhältnissen und Betreuungssituationen, denen sie gewachsen sind.

Basierend auf den mit der Universität Heidelberg entwickelten Grundzügen des Matching-Modells, wird das Team von Mecasa in den kommenden Monaten das Auswahlverfahren weiter verfeinern und mehr Nutzern zugänglich machen.

Das Stuttgarter Unternehmen Mecasa vermittelt seit dem Jahr 2017 Betreuungskräfte aus Osteuropa für die häusliche Betreuung älterer Menschen. Für seinen Matching-Ansatz wurde das Jungunternehmen vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) zum Europasieger der Inclusive Innovation Challenge gekürt. Daneben leitet Mecasa derzeit am Deutschen Institut für Normung (DIN) gemeinsam mit Stiftung Warentest, Pflegewissenschaftlern, Betroffenenvertretern und Juristen die Entwickling des ersten Qualitätsstandards für die Vermittlung häuslicher Betreuungskräfte.